Mamadou im Gespräch mit Schüler:innen der Maria-Gress-Schule © NF Rastatt
VERANSTALTUNGEN
Zukünfte dekolonisieren – Kritische Blicke auf „grüne“ Technologien
Einladung zur Tagung
9. Mai 2026, 10 - 15 Uhr
Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart
Stell dir vor: Die Energiewende ist in vollem Gange – aber nicht alle profitieren gleich davon. Für „grüne Technologien“ wie Solarpanels, Batterien oder E-Autos werden weltweit enorme Mengen an Rohstoffen gebraucht. Und genau hier stellt sich die große Frage: Wer trägt eigentlich die Kosten dieser „grünen Zukunft“? Bei dieser Tagung schauen wir kritisch darauf, wie der Rohstoffabbau im Globalen Süden Mensch und Natur belastet – und was das für globale Gerechtigkeit bedeutet. Die Tagung ist ein Ort für alle, die nicht nur zuschauen wollen, sondern mitdenken, mitreden und mitgestalten möchten. Wir hinterfragen bestehende soziale Ungleichheiten, koloniale Kontinuitäten sowie globalisierte, oft unsolidarische Lebens- und Wirtschaftsweisen und beleuchten das Thema aus verschiedenen Perspektiven.
Freue dich auf spannende Inputs, kontroverse Diskussionen und den Austausch mit Menschen, die weltweit zu diesen Fragen arbeiten. Alle Infos zum Programm und Mitwirkenden gibt es hier im Programm:
2026_05_09_Programm_Zukuenfte_dekolonisieren.pdf
Bitte meldet euch bis Mittwoch, 6. Mai über folgenden Link zur Tagung an: https://eveeno.com/301858307
Wir freuen uns auf eure Teilnahme und den gemeinsamen Austausch.
Vortragsreise von Mamadou Mbodji
Ökologische Kinderrechte stärken
Über zwei Wochen lang war Mamadou Mbodji, Vizepräsident der NaturFreunde Internationale und Präsident des Netzwerkes der afrikanischen NaturFreunde, auf Einladung des Fachbereichs GLOBAL in Baden-Württemberg unterwegs – mit einem Abstecher nach Wiesbaden. Unter dem Titel „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt“ sprach er an Schulen, Hochschulen und NaturFreunde-Häusern über die enge Verbindung von Klimakrise, Gerechtigkeit und Kinderrechten. Ein besonderes Highlight der Reise war der Fachvortrag an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen, wo Mamadou Mbodji mit Studierenden über „Klimakrise und Gerechtigkeit – Lehren aus dem Globalen Süden“ diskutierte. Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, die globale Perspektive in Bildungs- und Umweltarbeit einzubeziehen.
In seinen Vorträgen machte Mamadou Mbodji deutlich, dass die Klimakrise auch eine Krise der Menschenrechte ist – und dass insbesondere Kinder und Jugendliche im globalen Süden unter den Folgen leiden. Dürren, Ernteausfälle und Umweltzerstörung gefährden ihre Entwicklungschancen, ihre Gesundheit und letztlich ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft. Ein herzlicher Dank geht an alle, die diese Reise mitorganisiert, begleitet und unterstützt haben! Sie hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, Aufmerksamkeit für Klimagerechtigkeit und ökologische Kinderrechte zu schaffen – und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der jungen Generation zu übernehmen.
Hier könnt ihr euch den ausführlichen Bericht zur Reise anschauen:
Fachbereichskonferenz GLOBAL – 2. 10. 2025
„Ökologische Kinderrechte – Zukunft sichern, Generationen verbinden“
Wie eng Kinderrechte, Umwelt- und Klimaschutz miteinander verbunden sind, stand im Mittelpunkt der Fachbereichskonferenz GLOBAL, die am 2. Oktober 2025 im Naturfreundehaus in Berghausen stattfand. Unter dem Titel „Ökologische Kinderrechte – Zukunft sichern, Generationen verbinden“ diskutierten die Teilnehmenden über die Verantwortung gegenüber der jungen Generation und die Notwendigkeit, das Recht auf eine gesunde Umwelt als Kinderrecht zu verankern.
Ein Höhepunkt des Abends war der Beitrag von Mamadou Mbodji, Vizepräsident der NaturFreunde Internationale und Präsident des Netzwerkes der afrikanischen NaturFreunde. In seinem eindrücklichen Vortrag beleuchtete er die Situation ökologischer Kinderrechte aus einer südlichen Perspektive. Er zeigte auf, wie stark die Klimakrise die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Afrika beeinträchtigt – von Dürren und Ernteausfällen bis hin zu gesundheitlichen Risiken – und machte deutlich, dass Klimagerechtigkeit immer auch eine Frage der Kinderrechte ist.
v.l.n.r.: Ursula Georg und Herbert Knienieder, Fachbereichsleitung GLOBAL– Doris Banspach, Fachgruppe International – Uschi Böss-Walter, OG Rastatt – Emilia Bauer, Naturfreundejugend – Foto: FB GLOBAL
Ein weiterer besonderer Programmpunkt war das Generationen-Panel mit Emilia Bauer von der Naturfreundejugend Baden und Uschi Böss-Walter, ehemaliges Mitglied des Landesvorstandes Baden und langjährige Fachbereichsleiterin GLOBAL. In einem lebendigen Dialog blickten die beiden auf das Engagement verschiedener Generationen für Klimagerechtigkeit: Was hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, welche Herausforderungen bleiben, und warum setzen sich Menschen jeden Alters weiterhin für eine gerechte und nachhaltige Welt ein? Das Gespräch machte deutlich, dass Erfahrung und jugendliche Energie sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig beflügeln.
Im Anschluss präsentierte Herbert Knienieder, Fachbereichsleiter GLOBAL im Landesvorstand Württemberg, den neuen „Aufruf Ökologische Kinderrechte“ an alle NaturFreundinnen und NaturFreunde sowie an die Gremien der NaturFreunde Baden-Württemberg. Mit dem Aufruf verbunden ist die Einladung an alle Mitglieder, sich aktiv mit ökologischen Kinderrechten auseinanderzusetzen, die Inhalte des Aufrufs in den Ortsgruppen zu thematisieren und Verantwortung für die junge Generation zu übernehmen. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft – und wir tragen als Bewegung eine gemeinsame Verantwortung, dieses Recht zu schützen“, so Knienieder.
Zum Abschluss wurde Uschi Böss-Walter offiziell verabschiedet. Sie hat den Fachbereich GLOBAL über viele Jahre aufgebaut und geprägt und sich mit Herzblut für internationale Solidarität, Frauenrechte und ökologische Gerechtigkeit eingesetzt. Für ihre Arbeit und ihr Engagement erhielt sie herzliche Worte des Dankes – auch aus dem Senegal: Peinda Faye, Koordinatorin des Umwelt- und Ausbildungszentrums in Bekhar/Saint-Louis und enge Weggefährtin von Uschi Böss-Walter, sandte eine emotionale Video-Botschaft, in der sie die langjährige Freundschaft und das vertrauensvolle Miteinander zwischen ihr und Uschi würdigte.
Die Fachbereichskonferenz zeigte eindrucksvoll, dass ökologische Kinderrechte weit mehr sind als ein politisches Thema – sie sind ein Aufruf zum gemeinsamen Handeln über Generationen und Grenzen hinweg.
Erfolgreiche Konferenz am Weltfrauentag 2025
Frauen im Fokus – Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam denken
Am 8. März 2025 fand im Naturfreundehaus Am Hopfenberg in Pfinztal die Hybrid-Veranstaltung "Hitze, Hunger, Ungerechtigkeit: Die schwere Last der Frauen in der Klimakrise" statt. Mehr als 40 Menschen nahmen vor Ort und digital teil, um die Auswirkungen der Klimakrise auf Frauen zu diskutieren und konkrete Forderungen für eine gerechtere Zukunft zu formulieren.
Bereits zu Beginn machte Herbert Knienieder, Fachbereichsleiter GLOBAL der NaturFreunde Baden-Württemberg deutlich: Die Klimakrise ist nicht geschlechtsneutral. Besonders Frauen im globalen Süden tragen die Hauptlast der Folgen. „Wer Klimaschutz blockiert, nimmt bewusst in Kauf, dass sich Ungleichheiten verschärfen.“
v.l.n.r.: Herbert Knienieder, Ursel Georg, Malik Kartal, Angelika Keim, Foto: Steffen Hauswirth
Kernforderungen aus dem globalen Süden
Zwei eindrucksvolle Videobotschaften aus dem Senegal von Anna Ba (Umwelt- und Ausbildungszentrum Bekhar/Saint Louis) und Cumba Ba (NaturFreunde Kidira) verdeutlichten die konkreten Herausforderungen, mit denen Frauen in den von der Klimakrise besonders betroffenen Regionen konfrontiert sind. Ihre zentralen Forderungen waren:
- Zugang zu fairer Finanzierung und Land: Frauen müssen die Möglichkeit erhalten, eigene einkommensschaffende Maßnahmen zu ergreifen.
- Bildung für alle Mädchen: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und muss für alle zugänglich sein.
- Schutz vor Gewalt: Frauen brauchen wirksamen Schutz vor körperlicher, psychischer und struktureller Gewalt.
- Förderung beruflicher Selbstständigkeit: Frauen müssen in die Lage versetzt werden, eigene berufliche Perspektiven zu entwickeln.
- Zugang zu umfassender medizinischer Grundversorgung: Gesundheitliche Versorgung darf kein Privileg sein – alle Frauen müssen Zugang zu medizinischer Hilfe haben.
Aus technischen Gründen konnte leider Claire Gabiam von den NaturFreunden Togo nicht online dazugeschaltet werden. Ihre Botschaft kann hier nachgelesen werden.
Forderungen aus Politik und Zivilgesellschaft
In der anschließenden Podiumsdiskussion brachten die geladenen Referent:innen weitere zentrale Anliegen ein:
- Alexandra G. Keim (Gleichstellungsbeauftragte, Landkreis Karlsruhe):
- Bauplanung muss die Sicherheitsaspekte von Frauen berücksichtigen.
- Die Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen muss umfassender werden.
- Malik Kartal (Sprecher der Jusos Pfinztal, stv. Vorsitzender der SPD Pfinztal):
- Eine gesicherte Finanzierung für ein gerechtes und gutes Bildungssystem ist unerlässlich.
- Die Entwicklungspolitik muss reformiert und von postkolonialen Strukturen befreit werden.
- Die Finanzierung der Entwicklungspolitik muss neu aufgestellt werden, um langfristige und gerechte Partnerschaften zu ermöglichen.
- Ursel Georg (Mitglied im Vorstand des Landesverbands Baden der NaturFreunde):
- Der Aufbau von Klimapartnerschaften zwischen dem globalen Norden und Süden ist essenziell.
- Bildung für Mädchen, Gesundheitsversorgung und internationale Solidarität müssen gestärkt werden.
- Die Beteiligung von Frauen muss in allen gesellschaftlichen und politischen Prozessen mitgedacht werden.
Der nächste Schritt: Forderungspapier an die Bundesregierung
Die Veranstaltung machte deutlich: Geschlechtergerechtigkeit und Klimagerechtigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Der Fachbereich GLOBAL der NaturFreunde Baden-Württemberg wird die gesammelten Forderungen und Erkenntnisse in einem Papier zusammenfassen und an die neue Bundesregierung übermitteln.
Wir danken allen Teilnehmenden und Referent:innen, die diesen wichtigen Austausch möglich gemacht haben. Gemeinsam setzen wir uns weiter für eine Welt ein, in der Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit keine Vision bleiben, sondern Wirklichkeit werden.











